Personal:
Die Abteilung ist besetzt mit einem Chefarzt, einer Oberärztin, 2 Oberärzten sowie weiteren 5 Assistenzärzten mit Facharztanerkennung und 2 Assistenzärzten in Weiterbildung. Wir erbringen ca. 6200 Anästhesieleistungen pro Jahr und sind bei ca. 4800 operativen Eingriffen in 5 Operationssälen beteiligt.
Allgemeinanästhesie:
Ein Großteil der Anästhesieleistungen sind Allgemeinanästhesien mit und ohne additive Regionalanalgesien. Es werden Intubationsnarkosen, Larynxmasken und fiberoptische Intubationen je nach Indikation durchgeführt. Im Unterschied zu vielen anderen Anästhesieabteilungen gibt es keinen Abteilungsstandard für die Auswahl der Medikamente. Bei uns werden die für den individuellen Patienten passenden Medikamente verwendet. Dabei stehen praktische alle verfügbaren Einleitungsanästhetika, Opioide, Relanxantien, Adjuvanzien und als inhalative Anästhetika Sevofluran, Desfluran und N2O zur Verfügung.
Der Nutzen für den individuellen Patienten ist uns wichtiger als der vermeintliche Kostenvorteil bestimmter Medikamente. Wir arbeiten mit drei Narkosegeräten von GE (Datex Ohmeda Aestiva/5) und zwei Geräten von Dräger (Cicero). Es sind zwei hochmoderne Transportbeatmungsgeräte (Weinmann Medumat Transport) verfügbar.
Regionalanästhesie:
Etwa 20 % der Anästhesien werden in den verschiedenen Techniken der Regionalanästhesie durchgeführt, dieser Anteil ist steigend. Von uns regelmäßig durchgeführt werden thorakale und lumbale Periduralanästhesien (auch im Kreisssaal), Blockaden der oberen Extremität (Plexus axillaris, Interskalenäre und Nervus supraskapularis-Blockaden) und der unteren Extremität (Nervus femoralis und ischiadicus-Blockaden). Alle peripheren Regionalanästhesien werden in Kombination von elektrischer Stimulation und Ultraschallkontrolle angelegt!
Seit einem Jahr arbeiten wir eng mit der Firma GE zusammen, mit deren mobilen Ultraschallgerät vivid-i wir sowohl die Nervenblockaden als auch Gefäßpunktionen sowie alle abdominellen und kardiologischen Untersuchungen auf der Intensivstation durchführen.
Im Jahr 2010 sind zwei Fortbildungen in unserem Hause für Pflegekräfte und Ärzte zum Thema „Ultraschall in der Anästhesie“ geplant. Die genauen Termine werden auf unserer Homepage zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Intensivstation:
Die Intensiv-Station mit 12 Betten untersteht organisatorisch dem ärztlichen Leiter der Anästhesie-Abteilung. 6 dieser Betten werden für operative Fälle bzw. Patienten der operativen Abteilungen vorgehalten. Es findet eine kollegiale Absprache mit den internistischen Kollegen statt, um flexibel auf Bettenanforderungen reagieren zu können. Die Zusammenarbeit mit der internistischen Abteilung ist exzellent und macht so eine „ganzheitliche“ Betreuung unserer Patienten möglich.
Es sind 6 festinstallierte Beatmungsgeräte (Hamilton Galileo und Dräger Evita) sowie ein Transportbeatmungsgerät (Hamilton Raphael) und drei NIV-Geräte (Dräger Carina und Med.-Technik Velber CPAP SDF) vorhanden.
Es besteht die Möglichkeit zum minimalinvasiven Kreislaufmonitoring mittels PiCCO, zur CVVHDF und der intensivmedizinischen Diagnostik und Therapie (Echo, Sono, Bronchoskopie, Gastroskopie, Dilatationstracheotomie etc.).
Notfallmedizin:
Unsere Abteilung ist für die innerklinische Notfallbehandlung verantwortlich (Rea-Team). Ausserdem nehmen mehrere Mitarbeiter am Notarztdienst der Stadt Dinslaken teil und der Oberarzt der Intensivstation, Herr Dr. Parzonka, ist Mitglied der leitenden Notarztgruppe Wesel-Süd.
Schmerzambulanz:
Schmerztherapeutisch werden jährlich ca. 1750 Patienten behandelt
Bei einem hohen Anteil der Fälle handelt es sich um ältere Patienten mit relevanter komplexer somatischer Komorbidität oder um Patienten mit psychischer Comorbidität und /oder Abhängigkeitsproblematik.
Dabei handelt es sich um Patienten mit:
chron. Kopfschmerzen (u.a. chron. Kopfschmerz vom Spannungstyp, Migräne, analgetikainduzierter Kopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz), chron. Rückenschmerzen unterschiedlicher Genese , Tumorschmerzen, neuropathischen Schmerzensyndrome (Polyneuropathien, Neuralgien, Z. n. Nervenverletzung), myofaszialen Schmerzensyndrome, Ischämieschmerzen, symp. Reflexdystrophien, Phantomschmerzen, posttraumatischen Schmerzen, somatoformen Schmerzstörung und Schmerzsyndrome bei Suchterkrankung in interdisziplinärer Kooperation mit der psychosomatischen und psychiatrischen Abteilung.
Bei einem hohen Anteil der Fälle handelt es sich um ältere Patienten mit relevanter komplexer Komorbidität.
Folgende Untersuchungs- und Behandlungsverfahren kommen regelmäßig zur
Anwendung Untersuchungsverfahren:
Erhebung einer standardisierten Schmerzanamnese einschließlich der Auswertung von Fremdbefunden. Durchführung einer Schmerzanalyse inklusive differentialdiagnostischer Abklärung der Schmerzkrankheit mit Berücksichtigung psychologischer, arbeits- und sozialmedizinischer Aspekte Psychosomatische Diagnostik.
Therapieverfahren:
Eingehende Beratung, Information, ggf. Edukation des Patienten mit gemeinsamer Festlegung der Therapieziele. Aufstellung eines inhaltlich und zeitlich gestuften Therapieplanes mit der zur Umsetzung des Therapieplanes erforderlichen interdisziplinären Koordination der Ärzte und sonstigen am Therapieplan beteiligten Personen oder Einrichtungen.
Standardisierte Verlaufsdokumentation
Schmerzbewältigungstraining mit Entspannungsverfahren
differenzierte Durchführung invasiver und nicht invasiver Akutschmerztherapie
differenzierte Durchführung invasiver und nichtinvasiver Verfahren bei chronischen Schmerzen
spezifische Pharmakotherapie
medikamentöse Kurz-,Langzeit- und Dauertherapie
diagnostische, prognostische und therapeutische Lokal- und Leitungsanästhesie
plexus- und rückenmarksnahe Verfahren, Sympathikusblockaden, intrathekale Pharmakotherapie
radiologisch gestützte periradikuläre und Wirbelgelenksnahe Verfahren in interdisziplinärer Kooperation mit der unfallchirurgisch/orthopädischen und radiologischen Abteilung im Hause
transkutane elektrische Nervenstimulation
Akupunktur
Physiotherapie, physikalische Therapie, manuelle Diagnostik und Therapie
Entzugsbehandlung bei Medikamentenabhängigkeit
multimodale Therapie im interdisziplinären Team
Zum interdisziplinären Behandlerteam gehört eine Psychologin mit abgeschlossener Zusatzweiterbildung in psycholog. Schmerztherapie weitere Zusätze, Ärzte der orthopädisch-unfallchirugischen Abteilung, sowie bei Bedarf Kollegen Radiologie der kooperierenden Praxis am Hause (MRT, CT), Geriatrie, Psychiatrie und psychiatrisch Institutsambulanz , Sozialdienst, gerontopsychiatrische Fachberatung, zwei Physiotherapeuten, zuständige Pflegekraft, sowie Fachpflegekraft Anästhesie.
Teamsitzungen finden mindestens einmal wöchentlich zum festen Termin statt sowie zusätzlich bei Bedarf. Der Behandlungsverlauf wird durch regelmäßige Rücksprachen mit dem an der Therapie beteiligten Team überwacht und standardisiert dokumentiert.
Die Durchführung von Untersuchung und Therapie bei chron. Schmerzpatienten findet in den Räumen der Anästhesie- und Schmerzambulanz mit zwei Sprech- und 3 Behandlungsräumen statt. Alle Räume sind rollstuhlgerecht ausgestattet. In den Behandlungsräumem sind 4 Behandlungsplätze mit Messplätzen zur kontinuierlichen Überwachung von art. Blutdruck, O2-Sättigung, Herz-und Atemfrequenz sowie EKG ausgestattet. Die notwendige Ausrüstung zur kardiopulmonalen Reanimation mit Intubation, maschineller Beatmung und Defibrillation ist ständig vor Ort.
Daneben findet regelmäßig mindestens monatlich eine offene interdisziplinäre Schmerzkonferenz im Hause statt in Kooperation mit dem unter meiner Leitung stehenden Regionalen Schmerzzentrum DGS Dinslaken. Teilnehmer der interdisziplinären Schmerzkonferenzen: Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Anästhesiologie, Orthopädie, Psychotherapie, Psychiatrie, Chirurgie, Oralchirurgie, Radiologie, Neurologie, Neurochirugie, Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Physiotherapie).
Außerdem werden im St. Vinzenz-Hospital mindestens halbjährlich zertifizierte interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen zu schmerztherapeutischen Themen angeboten.
Im Rahmen der innerbetrieblichen Aus- und Fortbildung finden regelmäßig 3x Schulungen mit schmerztherapeutischen Inhalten statt. Unser Ausbildungskonzept orientiert sich an den Richtlinien der neuen Weiterbildungsordnung:
Siehe auch: » strukturierte Facharztweiterbildung