Wir sind bei ca. 4800 operativen Eingriffen im Jahr als Anästhesie-Abteilung beteiligt. Es werden alle technisch möglichen und für die Operationen in unserem Hause passenden Narkosen durchgeführt. Dazu zählen:
Bei einer Vollnarkose wird dem Patienten durch eine Venenkanüle eine Kombination von Schlaf- und Schmerzmitteln zugeführt, welche dafür sorgen, dass der Patient für den Zeitraum der Operation in einem schlafähnlichen Zustand ist und keine Schmerzen hat. Zusätzlich werden Narkosedämpfe zu der Atemluft gemischt. Während dieser Zeit muss die Atmung von außen ersetzt werden. Dies geschieht zum einen durch eine sogenannte Larynxmaske, die durch den Mund bis kurz vor die Luftröhre eingeführt wird. Für einen Teil der Operationen ist es notwendig, einen Beatmungsschlauch bis in die Luftröhre einzuführen. Dies hat manchmal zur Folge, dass nach der Narkose Halsschmerzen und/oder Heiserkeit auftreten. In den meisten Fällen gehen diese Beschwerden innerhalb von Stunden nach der Narkose zurück. Wenn Sie noch am nächsten Tag Beschwerden haben sprechen Sie bitte mit uns, damit wir dies behandeln können. Durch moderne Narkosemedikamente ist das Problem der Übelkeit und des Erbrechens nach Narkosen deutlich seltener geworden. Falls Sie schon einmal solche Beschwerden hatten geben Sie dies bitte bei dem Narkosegespräch an, damit wir spezielle Medikamente zur Vermeidung dieser Erscheinung anwenden können!
Etwa 20 % der Betäubungen werden in den verschiedenen Techniken der Regionalanästhesie durchgeführt, dieser Anteil ist steigend. Diese Art der Anästhesie wird bei uns auch zunehmend zusätzlich zur Vollnarkose eingesetzt. Es ist zum Teil möglich, durch eine Betäubung einzelner Nerven an Armen und Beinen oder von Nervengruppen am Rücken, Körperteile völlig schmerz- und berührungsunempfindlich zu machen, sodass keine Vollnarkose für die Operation notwendig ist. Wir setzen dazu ein altbewährtes Verfahren (die elektrische Nervenstimulation) zusammen mit hochmoderner Technik (ein Ultraschallgerät) ein.
Während jeder Form der Narkose wird der Patient von einem Team aus Anästhesiepflegekraft und Anästhesist überwacht. Dazu ist es notwendig, Klebeelektroden am Körper anzubringen, um das Herz zu überwachen (EKG), eine Blutdruckmanschette am (Ober-)Arm zu befestigen (Blutdruckmessung) und einen Clip auf einen Finger zu setzen (Überwachung des Sauerstoffgehaltes des Blutes). Je nach Vorerkrankungen und Ausmaß der geplanten Operation sind weitere Überwachungsmaßnahmen notwendig. Während der gesamten Operation sind Sie also in den besten Händen!
Der Abteilung vorgeschaltet ist eine Anästhesie-Ambulanz, die die bisherige Praxis - der Narkosearzt besucht die Patienten am Vortag der Operation in seinem Krankenzimmer - ersetzt. Es wird also nicht mehr im Beisein anderer Mitpatienten die Vorgeschichte erhoben und eine Untersuchung durchgeführt, sondern unter Wahrung der Individualsphäre in einem besonderen Raum, Zimmer 362 im 3. Stockwerk, wird diese Aufgabe erledigt. Falls erforderlich erfolgen auch hier Blutentnahme und Beauftragung zum EKG oder zur Lungenaufnahme. In diesem Zusammenhang werden auch gerne die evtl. beim Hausarzt bzw. Kinderarzt vorhandenen Vorbefunde angefordert und für die weiteren Schritte genutzt.
Falls Sie Arztbriefe von vorangegangenen Arzt- und Krankenhausbesuchen haben, bringen Sie diese bitte mit zum Gespräch! Dadurch ist es häufig möglich, auf zusätzliche Untersuchungen zu verzichten!