Gynäkologie und Geburtshilfe
Therapie von Senkungsbeschwerden
SENKUNG der Scheide und der Beckenorgane.
Die Senkung der Gebärmutter oder des Beckenbodens ist eine multifaktorielle Erkrankung. Neben der Veranlagung zu „schwachem“ Bindegewebe können starke Belastungen wie schweres Heben oder/und Geburten die Bänder des Beckenbodens überdehnen und so zu Senkungsbeschwerden führen. Die Therapie dieser Erkrankung steht auf zwei Säulen. Die eine ist die Operation, die andere das Beckenbodentraining.
Das Beckenbodentraining ist sowohl Therapie als auch Vorbeugung. Eine gut trainierte Muskulatur kann die überdehnten Bänder unterstützen und somit einer Senkung der Scheide zuvorkommen. Der Beckenboden läßt sich durch Sportarten wie z.B. Reiten, Walken oder Gymnastik kräftigen. Besonders auf den Beckenboden zugeschnittenes Training finden Sie in den »Beckenboden-Kursen unserer »Physiotherapie-Abteilung.
Vor einer Operation sollte in unserer urogynäkologischen Sprechstunde (Link) eine ausführliche Untersuchung zur Planung der Therapie ergfolgen. Häufig ist vor dem
Eingriff eine hormonelle Behandlung der Scheide mit z.B. Scheidenzäpfchen über
mehrere Wochen notwendig.
Wir sind als Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziert. Dr. Bernhard Uhl ist zertifizierter Behandler (AGUB III) nach den Richtlinien der AGUB (Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstuktion)
Zu den Operationen zählen:
- Vordere und hintere Scheidenplastik:
Hierbei wird nicht etwa, wie häufig angenommen Plastik eingenäht, sondern entweder der Enddarm oder die Harnblase, die sich in die Scheide gesenkt haben, gehoben. Es handelt sich also im weiteren Sinne um eine plastische Operation (daher der Name).
- Lateral repair:

Lateral repair ist nötig, wenn sich die seitlichen Anteile der Scheide gesenkt haben. Hierbei werden die seitlichen Scheidenanteile an einer bindegewebigen Struktur der seitlichen Beckenwand befestigt und verhindern so eine erneute Senkung der Scheide.
- Sacrotuberale Scheidenfixation:

Ist die Scheide sehr stark gesenkt, dann wird deren Ende mit einer Naht an
einem bindegewebigen Band im Bereich der Kreuzbeinhöhle des Beckens
befestigt. Damit verhindert man eine erneute Senkung der Scheide.
- Sacropexie der Scheide:

Das Scheidenende wird über ein Kunstoffnetz mit den bindegewebigen Strukturen am Kreuzbein verbunden. Dieser Eingriff kann per Knopflochchirurgie oder über einen Bauchschnitt erfolgen. Bei jungen Frauen mit Kinderwunsch ist der Erhalt der Gebärmutter mit diesem Verfahren möglich.
- Vaginalplastiken mit alloplastischen Mesh-Implantaten:

Bei ausgeprägter Senkung oder bei Wiederauftreten einer Senkung nach einer Senkungsoperation, kann ein Kunstoffnetz zwischen Scheide und Blase, oder zwischen Scheide und Darm eingesetzt werden, um diese Art von Gewebebruch zu behandeln. In dieses wächst dann Bindegewebe ein und bildet eine stabile Schicht, die eine erneute Senkung verhindern soll. Wir benutzen Netze der neuesten Generation, die intern verankert werden. Somit sind Beschwerden durch die Hautausstiche im Genitalbereich und im Bereich des Gesäßes ausgeschlossen.
