Wirbelsäule
Zur Diagnostik chronischer oder akut aufgetretener Schmerzen im Wirbelsäulenbereich gehören aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der radiologischen Praxis in unserem Hause neben der konventionellen Röntgendiagnostik die zügige Durchführung von Kernspintomografien und Computertomografien zu unserer Routine.
So können Bandscheibenvorfälle, fortgeschrittene Abnutzungserscheinungen z.B. im Bereich der Wirbelgelenke, osteoporotische Wirbelkörper-Sinterungsfrakturen und andere Krankheitsbilder schnell erkannt und einer adäquaten Therapie zugeführt werden.
Als initiale Behandlungsmaßnahme kommt hier die Infusionsbehandlung mit Schmerzmitteln zum Einsatz.
Neben krankengymnastischen und physikalischen Therapiemaßnahmen sowie der medikamentösen Behandlung der Osteoporose werden auch minimal invasive Verfahren wie die Injektionsbehandlung schmerzhafter Wirbelsäulennerven und –Gelenke (periradikuläre Therapie) sowie die Aufrichtung und Zementstabilisierung gebrochener Wirbelkörper (Kyphoplastie) durchgeführt.
Sport und Rückenschmerzen Ursache und Vorsorge
(Vortrag aus 04/2009)
Einleitung:
Fast alle Menschen in Deutschland leiden irgendwann mal im Leben und 30%-40% im aktuellen Monat unter Rückenschmerzen. Noch vor wenigen Jahrzehnten haben die meisten Menschen ihre Rückenschmerzen „ertragen“, ohne ihre Lebensweise wesentlich zu ändern, ärztliche Hilfe aufzusuchen oder gar invalide zu werden. Das hat sich offensichtlich geändert, denn die direkten Krankheitskosten für Rückenleiden beliefen sich im Jahr 2002 auf 8,4 Mdr.€. Dazu kommen noch die indirekten Kosten durch Arbeitsausfall, Berentung etc. (laut Robert-Koch-Institut geschätzt noch einmal ca 25 Mrd.€). Diese Kosten werden aber zur Hälfte von nur 5% der betroffenen Patienten verursacht. Wo früher Rückenschmerzen bei Kindern sehr selten waren, treten diese heute - meist bedingt durch Haltungsschäden - viel häufiger auf. Dauert der Rückenschmerz länger als 3 Monate spricht man im Allgemeinen vom „chronischen Rückenschmerz“, der viel schwieriger zu behandeln ist als der „akute“.
Ursachen für Rückenschmerzen:
Als mit Abstand häufigste Ursachen werden heute Haltungsstörungen, kleine Verrenkungen („Hexenschuss“) und „schlecht trainierte“ Haltungsmuskulatur der Wirbelsäule angenommen. Die gute Nachricht: Rückenschmerzen sind zwar häufig und mitunter äußerst unangenehm, die meisten Rückenschmerzen haben aber keine schlimme Ursache, sind sozusagen „gutartig“ und „funktionell“ und verschwinden meist innerhalb einiger Tage bis wenigen Wochen, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Liegen aber Ausstrahlungen in Arm oder Bein, gar mit Gefühlsstörungen oder Kraftverlusten vor, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hier könnte beispielsweise ein Bandscheibenvorfall auf eine Nervenwurzel drücken. Ebenso bei wochenlangen Beschwerden oder begleitendem Fieber oder z.B. nach einem Unfall. Bei älteren Patienten mit Osteoporose („Knochenschwund“) kann auch ein kleines Ereignis z.B. schweres Heben zu einem Wirbelkörpereinbruch verbunden mit einem plötzlichen heftigen Schmerz führen – das sollte der Arzt klären. Wichtig: Veränderungen im Röntgen und MRT (auch kleine Bandscheibenvorfälle) müssen aber nicht immer mit den Schmerzen in Zusammenhang stehen!
Therapie und Vorsorge:
Längere Ruhe schadet bei den meisten Rückenschmerzen eher und die Schmerzdauer verlängert sich. Körperliche Arbeit, Training, Sport und Bewegung sind in vernünftigem Rahmen unschädlich und eher förderlich für den Heilungsverlauf. Menschen, die sich fit halten, nicht rauchen, normalgewichtig sind, sich gesund ernähren und gute Rücken- und vor allem Bauchmuskeln haben, müssen deutlich weniger mit schlimmen Rückenschmerzen rechnen. Auch Streß und psychische Belastungen können buchstäblich auf den „Buckel“ geladen werden und Rückenschmerzen hervorrufen oder verschlimmern. Man sollte also hier etwas für sich tun, ob im Fitnessstudio, beim Joggen oder innerhalb Gruppen zur Gesundheitsförderung wie z.B. im St. Vinzenz-Hospital. Bei kleinen Verrenkungen kann eine Chirotherapie („Einrenken“) hilfreich sein. Auch Akupunktur, Injektionen an die betroffene Stelle, eine medikamentöse Schmerztherapie und spezielle Krankengymnastik können sehr hilfreich bei hartnäckigeren Problemen sein. Bei osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen kann man in Kombination mit einer medikamentösen Osteoporosetherapie heutzutage durch eine kleine „Operation“ (Kyphoplastie genannt) häufig die Schmerzen innerhalb weniger Tage beseitigen und den Bruch stabilisieren. Weitere spezielle Therapien oder gar Operationen hängen dann von der entsprechenden Ursache ab und sollten mit Ihrem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Weiterführende Informationen:
Hier finden Sie die Doktorarbeit von Dr. Wolfgang Zinser „Rückenschmerzen und Hochleistungssport…“ herunterladen »»
Weitere gute Informationsquellen haben wir für Sie ausgewählt:
- Sie können Ihr persönliches Risiko für Rückenschmerzen erfragen und
gleichzeitig Informationen zu Rückenschmerzen durch einen Rückentest
bekommen. Den Rückentest können Sie machen unter:
http://www.rueckentest.de/
- Die Broschüre "Locker bleiben" mit Handlungsempfehlungen der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit der BKK „Fit für Life“ können Sie hier herunterladen »»
- Eine weitere sehr gute Informationsbroschüre zum Herunterladenfinden
Sie auf der Webseite der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: hier herunterladen »»
- Einen sehr guten kostenlosen Ratgeber „Rückensignale“ zu
Rückenschmerzen können Sie auf der Webseite des Vereins
„Aktion Gesunder Rücken“ (AGR) herunterladen - hier »»
Auf dieser Seite gibt es auch viele zusätzliche Informationen und auch
Literaturempfehlungen http://www.agr-ev.de
- Zum Thema Osteoporose finden Sie Informationen auf unserer Webseite: http://www.st-vinzenz-hospital.de/medizinische-fachabteilungen/unfallchirurgie/schwerpunkte/_BallonKyphoplastie.php
- Handlungsleitlinie Osteoporose aus Empfehlungen zur Prävention und Therapie der Osteoporose (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft - AkdAe) zum herunterladen hier »»

Mit freundlicher Empfehlung
Dr. med. Wolfgang Zinser
Chefarzt Facharzt für Orthopädie
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle orthopädische Chirurgie
Sportmedizin
Spezielle Fußchirurgie (DAF)
St. Vinzenz-Hospital
Dr.-Otto-Seidel-Straße 31-33 | 46535 Dinslaken
Tel.: 0 20 64 / 44 - 0 Fax: 0 20 64 / 44 - 19 04
E-Mail: info(at)st-vinzenz-hospital.de | Internet: www.st-vinzenz-hospital.de





