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Krankheitsbilder

Krankheitsbild: Osteoporose

Als Osteoporose bezeichnen wir eine systemische Skeletterkrankung, bei der es über eine kritische Verminderung der Knochenmasse und Störung der knöchernen Mikroarchitektur zu einer verminderten Bruchfestigkeit des Knochens kommt.

Die Osteoporose ist eine multifaktorielle Erkrankung. Therapeutisch bedeutsam ist vor allem die Unterscheidung zwischen primären ("idiopathischen") und sekundären Formen der Osteoporose. Für die primäre Osteoporose wird ein komplexes Zusammenspiel von genetischen und erworbenen Ursachen vermutet. Der Verminderung des Östrogenspiegels nach der Menopause bei den Frauen ("postmenopausale Osteoporose") wird dabei besondere Bedeutung zugemessen. Bei den sekundären Formen der Osteoporose sind eine Reihe schwerer Grunderkrankungen oder Medikationen, insbesondere die Langzeitmedikation mit Cortison, bekannt.

Klinisch tritt uns die Osteoporose in den beiden Manifestationsformen der Wirbelkörperfraktur und der meist durch einen Sturz ausgelösten peripheren Fraktur entgegen.

Es handelt sich dabei aufgrund der Alterspyramide in Deutschland um ein gesundheitliches Problem zunehmender Bedeutung. Derzeit sind in Mitteleuropa im Laufe ihres Lebens jede dritte Frau und jeder fünfte Mann betroffen. Nach Schätzungen gehen bei Frauen je nach Frakturlokalisation 50 - 90 % aller Frakturen ohne Unfalltrauma auf eine Osteoporose zurück. Bei Männern wird der Anteil mit 30 - 70 % etwas geringer eingeschätzt.

Osteoporotische Frakturen führen nicht nur zu wesentlichen schmerzhaften Einschränkungen der Beweglichkeit der Extremitäten und des Rumpfes und damit zu einer Einschränkung der Mobilität und Handlungsfähigkeit. Über Fehlstellungen im Bereich der Wirbelsäule bei den häufigen osteoporotischen Sinterungsfrakturen(C.Wirb) kommt es zusätzlich zur Einschränkung der Atmung sowie zur Behinderung des Blutkreislaufes. Schwere Einschränkungen der Lebensqualität und auch der Lebenserwartung sind die Folgen.

Gemäß der in Abschnitt A.I. Unfallchirurgie genannten Kriterien können Sie eine moderne operative, ggf. auch konservative Versorgung osteoporotischer Frakturen an unserer Abteilung erwarten. Aufgrund der häufig erschwerten Rehabilitationsfähigkeit des älteren Menschen wird unser prinzipielles Versorgungskonzept der Ermöglichung einer frühfunktionellen Weiterbehandlung hier ganz besonders ernst genommen.

Eine besondere Rolle in der Behandlung der Osteoporose unserer Patienten spielt die Aufrichtung und Zementstabilisierung (Kyphoplastie) der so häufigen osteoporotischen Wirbelkörper-Sinterungsfrakturen an unserer Abteilung im Rahmen einer minimal invasiven Operation. Der komplikationsarme Eingriff führt in der Regel zu umgehender Beschwerdefreiheit. Meist gelingt es, den zusammengesinterten Wirbel in seine ursprüngliche Form zurückzubringen und zu stabilisieren. So können die o.g. schädlichen Folgewirkungen vermieden werden.

Unser operatives und konservatives Behandlungskonzept ist eingebunden in eine Reihe flankierender Maßnahmen wie die ggf. intravenös zu verabreichende kontinuierliche medikamentöse Schmerztherapie, intensive krankengymnastische und physikalische Therapiemaßnahmen sowie die Einleitung einer medikamentösen Behandlung der Osteoporose mit modernen Medikamenten.

Aus aktuellem Anlass
  • Vertebroplastie (Zement-stabilisierung) bei oste-oporotischen Wirbel-brüchen wirklich wirksam? - Experten-Kommentar zu
    den kürzlich veröffentlichten
    Studien.
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  • „FREE-Studie zum Nachweis der Wirksamkeit und Sicher-heit der „Kyphoplastie“ bei Wirbelkörperbrüchen.“
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