Ursache der lange und intensiv schmerzhaften Wirbelkörper-Sinterungsfrakturen ist im allgemeinen eine vorliegende Osteoporose in Verbindung mit einem eher leichteren Unfall, - meistens einem Sturz. Bis zur Ausheilung einer solchen Fraktur mit anhaltenden Schmerzen vergehen im allgemeinen mehrere Monate, Verläufe bis zu einem Jahr sind nicht ungewöhnlich.
Die Einsinterung des Wirbels nach vorne führt zu einer entsprechenden Knickbildung der Wirbelsäule nach vorne und damit zu einer Einschränkung der Atmung und der Kreislaufverhältnisse. Die Verlagerung des Rumpfschwerpunktes nach vorne führt zu einer Mehrbelastung der anderen Wirbel, sodass es häufig im Verlauf zu weiteren Sinterungsfrakturen kommt.
Muss aufgrund der angefertigten Röntgenbilder der Verdacht auf das Vorliegen einer frischen Fraktur geäußert werden, so wird an unserer Abteilung zur Sicherung und näheren Charakterisierung des betroffenen Wirbels eine Kernspintomografie durchgeführt. Zur initialen Schmerzlinderung wird zunächst eine Infusionsbehandlung mit Schmerzmitteln durchgeführt.
Nach Schmerzbesserung werden in einer zweiten Stufe physikalische und krankengymnastische Therapiemaßnahmen veranlasst. Eignet sich der Wirbel von seiten seiner Darstellung im Röntgenbild und seiner Bruchform, so bieten wir den betroffenen Patienten im Rahmen eines minimal-invasiven Verfahrens die Aufrichtung und Stabilisierung des gebrochenen Wirbelkörpers mittels Knochenzement (Kyphoplastie) an, welcher in Narkose durch dünne Hohlnadeln vom Rücken her eingebracht wird. Dies führt bei nahezu allen Patienten zu einer umgehenden fast vollständigen Schmerzfreiheit und Belastbarkeit.
Die oben beschriebenen negativen Auswirkungen der Sinterungsfraktur werden somit vermieden.