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Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Sportmedizin und Alterstraumatologiev

Versorgung von Kreuzbandverletzungen

Zunehmendes Gesundheitsbewusstsein und sportlicher Ehrgeiz haben in den zurückliegenden Jahren dazu geführt, dass die Kreuzbandverletzung zur häufigsten Bandverletzung des Kniegelenkes geworden ist. Das Verhältnis von vorderen zu hinteren Kreuzbandverletzungen beträgt ca. 10:1.

Wie entstehen Kreuzbandverletzungen?
Fast immer sind Kreuzbandrupturen auf Rotationstraumen bei fixiertem Unterschenkel zurückzuführen. Die meisten Patienten können die Veränderung im Gelenkgefüge und die daraus resultierende Instabilität gut beschreiben. Rasch entwickelt sich eine Weichteilschwellung und ein blutiger Gelenkerguss. Begleitverletzungen des Innenbandes und des Innenmeniskus sind keine Seltenheit.

Kreuezbaender
Abbildung: Lage der Kreuzbänder und wichtigen Binnenstrukturen im Kniegelenk

Das vordere Kreuzband ist der primäre Stabilisator für die Führung des Schienbeinkopfes. Bei Verletzung dieser Bandstruktur ist der sog. „Schubladentest“ ist positiv. Das heißt, dass der Schienbeinkopf bei Beugung des Kniegelenkes vermehrt nach vorn geschoben werden kann. Das Testresultat ist stark abhängig vom Trainingszustand und der Muskelmasse zum Zeitpunkt des Unfallereignisses. Es gibt noch einige weitere wegweisende Testverfahren, die hier jedoch im Einzelnen nicht beschrieben werden sollen. Die Diagnose wird bestätigt durch die Kernspintomografie (B.V.), letztendlich aber durch die arthroskopische Untersuchung des Gelenkes, bei der vollständig zerrissene Kreuzbänder reseziert werden und das Transplantatlager bereits für eine ggf. vorzunehmende Kreuzbandplastik vorbereitet wird.

Studien nichtoperativ behandelter vorderer Kreuzbandrupturen ergaben in über 50 % schlechte funktionelle Ergebnisse für das verunfallte Kniegelenk. Innerhalb von 10 Jahren sind fortgeschrittene Schädigungen von Meniskus und Gelenkknorpel beschrieben, so dass eine Stabilisierung des Bandapparates unbedingt erfolgen sollte.

Zusammenfassend ergeben sich folgende Indikationen für den Kreuzbandersatz:
  • Hoher körperlicher Aktivitätsgrad und der gleichzeitige Wunsch zur Fortführung kniebe-lastender Sportarten
  • Zusätzliche Verletzungen einer weiteren stabilisierenden Kniebinnenstruktur (z.B. Seiten-bandkomplex, hinteres Kreuzband)
  • Begleitende Meniskusläsionen, bei der der Meniskus refixiert werden kann
  • Chronische Instabilitätszeichen mit Beschwerden bereits bei normalen Alltagsaktivitäten.

Kreuzband
Abbildung: Entnommenes, vierfach
gelegtes Semitendinosus
Sehnentransplantat vor der
arthroskopischen Einpflanzung als
Kreuzbandersatz.
Kreuzbandverletzungen können in allen Altersgruppen auftreten. Während kindliche Traumen gehäuft knöcherne Bandausrisse aufweisen, so stehen beim Erwachsenen komplette Zerreißungen des vorderen Kreuzbandes im Vordergrund. Seltener sind obere oberschenkelnahe Ausrisse innerhalb der Gelenkinnenhaut (Synovia). In Abhängigkeit von Alter und vorliegender Läsion des vorderen Kreuzbandes werden verschiedene Operationsmethoden angeboten:

  • Refixation knöcherner kindlicher Ausrisse des vorderen Kreuzbandes mittels Schraube-nosteosynthese (kanülierte Schrauben, ggf. PDS-Kordel)
  • Anfrischen des Kreuzbandansatzes innerhalb des Schleimhautüberzuges am Oberschen-kelknochen (Healing response)
  • Vordere Kreuzbandplastik mit Semitendinosus-/Gracilissehne (Oberschenkelsehnen); bei unzureichender Sehnenqualität (selten) Ersatz mit einem Teil der Kniescheibensehne (Patellasehne)

Die Eingriffe werden an unserer Abteilung routinemäßig minimal invasiv im Rahmen einer Gelenkspiegelung (B.IV.1) durchgeführt, um eine größtmögliche Gewebeschonung und baldmöglichste Rehabilitation zu gewährleisten.

Bei der Nachbehandlung nach durchgeführtem Kreuzbandersatz ist unsere Abteilung für Krankengymnastik und Physiotherapie besonders gefordert.

Das Konzept ist anspruchsvoll und aufwändig.

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