09.06.2011

Alle 8 Krankenhäuser im Kreis Wesel erhalten „MRSA-Gütesiegel“


Am Mittwoch, 8. Juni, wurden im Kreishaus Wesel im Rahmen des Euregio-Projektes "EurSafety Health-net" Qualitätssiegel an alle 8 Krankenhäuser im Kreis Wesel verliehen.

Kreisdirektor Ralf Berensmeier würdigte dabei das große Engagement aller Beteiligten, insbesondere der Krankenhäuser im Kreis Wesel sowie der Experten des Euregio-Projektes.

Prof. Andreas Voss, Mikrobiologe am Canisius-Wilhelmina Krankenhaus in Nimwegen, referierte über das Gesamtprojekt „EurSafety Health-net“ und stellte Hintergründe und Ziele des „Qualitätsverbunds EurQHealth“ bzw. des „MRSA-net“-Ansatzes vor.

Im Mittelpunkt stehen hierbei 10 Qualitätsziele, die die Krankenhäuser im Kreis bereits erfüllen und somit ein Qualitätssiegel verliehen bekommen. In den nächsten Jahren soll diese Qualitätsstrategie auch auf weitere Bereiche im Gesundheitswesen, wie Alten- und Pflegeheime, Rettungsdienste u. a., ausgeweitet werden. Doch auch die allgemeine Bevölkerung muss zukünftig gezielt über das MRSA-Problem und zu Fragen wie dem „richtigen“ Antibiotikaverbrauch informiert werden.

Dr. Rüdiger Rau vom Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel skizzierte die Projektarbeit im Kreis Wesel, beginnend mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) im November 2008, der Facharbeitsgruppe MRSA bis hin zur aktiven Teilnahme an dem deutsch-niederländischen Euregio-Projekt.

Abschließend gratulierten Kreisdirektor Ralf Berensmeier und Professor Andreas Voss den Vertretern und Vertreterinnen der 8 Krankenhäuser im Kreis Wesel und übergaben die MRSA-Qualitätssiegel.

Das Gütesiegel erhielten: Evangelisches Krankenhaus Wesel,  Marien-Hospital Wesel,  Evangelisches Krankenhaus Dinslaken,  St. Vinzenz-Hospital Dinslaken,  Bethanien Krankenhaus Moers,  St. Josef-Krankenhaus Moers,  St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort,  St. Josef-Hospital Xanten.

Am 10. Juni 2010 hatten sich Vertreter der Krankenhäuser in einer Feierstunde bereit erklärt, an dem deutsch-niederländischen Qualitätsverbund „MRSA-net“ teilzunehmen und das Qualitätssiegel zu erlangen. Vorrangiges Ziel ist es hierbei, sogenannten Krankenhauskeimen, hier insbesondere MRSA, vorzubeugen.

Der MRSA („Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“) gehört zu den gefährlichsten Krankenhauskeimen. Dabei handelt es sich um Bakterienstämme, die gegen viele bisher verfügbaren Antibiotika resistent sind. Vor allem in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen ist MRSA in Deutschland ein wachsendes Problem. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielschichtig und erfordern entsprechende ganzheitliche Lösungsansätze.

Diese Veranstaltung ist durch die Vorarbeit von Fachleuten aus dem Kreis Wesel sowie Experten aus dem Euregio-Projekt ermöglicht worden. Bereits im ersten Quartal 2009 wurde eine Facharbeitsgruppe „MRSA im Kreis Wesel“ im Auftrag der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) einberufen. Hier sind u. a. Vertreter (in erster Linie Hygieneärzte und Hygienefachkräfte) der acht Krankenhäuser im Kreis Wesel aktiv beteiligt. Der Fachdienst Gesundheitswesen (früher: Gesundheitsamt) moderiert diese AG und ist gleichzeitig offizieller Kooperationspartner des majeuren Euregio Projektes zur Patientensicherheit „EurSafety Health-net“ (vgl. www.eursafety.eu), welches im November 2009 offiziell begann. Hierbei arbeitet der Kreis Wesel konstruktiv mit dem niederländischen Koordinator Herrn Prof. Andreas Voss und seinem Team zusammen.

EurSafety Health-net ist das Folgeprojekt des EUREGIO MRSA-net, das laut Robert Koch Institut mittlerweile bundesweit Vorbildcharakter in der Prävention von Krankenhausinfektionen durch MRSA-Erreger hat. Das Hauptziel des neuen Projektes ist neben dem Schutz vor Infektionen, die grenzüberschreitende Stärkung der Patientensicherheit.

Ansprechpartner für das EurSafety-Health-net-Projekt im Kreis Wesel ist Dr. Rüdiger Rau, Tel. 02841 / 202-1120, E-Mail: ruediger.rau(at)kreis-wesel.de

Quelle:  Dr. Rüdiger Rau