16.11.2011

Wenn der Blutdruck zu hoch ist


Dr. Mathias Kullmer ist als Oberarzt am Dinslakener Sankt-Vinzenz-Hospital tätig. Er ist Experte für Bluthochdruck. Foto: Jörg Kazur

Dinslaken (RP). Er ist eine Volkskrankheit. Bluthochdruck verursacht keine Schmerzen, doch er kann lebensbedrohliche Auswirkungen haben, zum Infarkt oder Schlaganfall führen. Eine rechtzeitige Behandlung hilft, Leid zu vermeiden.

Bluthochdruck ist eine weit verbreitete Volkserkrankung. Das Hinterhältige an ihr ist, dass dem Betroffenen nichts weh tut. Wird der Bluthochdruck nicht behandelt, kann dies zu gefährlichen, dauerhaften Schäden an den Blutgefäßen und Organen, wie beispielsweise Herz und Nieren führen. Lebensbedrohlich kann es werden, wenn es zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall kommt. "Bluthochdruck ist eine ernste und behandlungsbedürftige Krankheit", sagt Dr. Mathias Kullmer, Oberarzt der Inneren Medizin am Sankt-Vinzenz-Hospital. Er spricht im Rahmen der bundesweiten Herzwochen heute bei der Volkshochschule zu diesem Thema.

Lebensführung ändern

Bluthochdruck liegt vor, wenn die Messwerte 139 zu 89 übersteigen. Bei Herzkranken oder Risikopatienten liegt der Grenzwert bereits bei 134 zu 85. Kopfschmerzen, ein Gefühl der Schlappheit und deutliche Einbrüche der eigenen Leistungsfähigkeit können Anzeichen von Bluthochdruck sein. Zumeist ist es der Hausarzt, der bei einer Untersuchung feststellt, dass der Blutdruck eines Patienten zu hoch ist. Die Behandlung hängt von Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, zu hoher Cholesterinwert und Übergewicht ab. Manchmal reiche es schon, so Dr. Kullmer, wenn der Betroffene seine Lebensführung ändere, sich mehr bewege und Gewicht abbaue. Oft ist eine medikamentöse Behandlung unumgänglich. Sie kann so lange notwendig sein, wie der Bluthochdruck existiert – meistens ein Leben lang.

"Wichtig bei der Behandlung ist, dass der Patient mitmacht", weiß Dr. Mathias Kullmer aus Erfahrung zu berichten. So muss der Blutdruck regelmäßig gemessen, die ermittelten Werte dokumentiert und ärztliche Verordnungen eingehalten werden. Die Messungen kann der Patient selbst zu Hause vornehmen. Die entsprechenden Gerätschaften gibt es im Handel. Dr. Kullmer rät, darauf zu achten, dass die Messgeräte geprüft sind. Die hiesigen Hausärzte, so der Mediziner, seien auf die Behandlung von Bluthochdruckpatienten eingestellt, alle Behandlungsmöglichkeiten gebe es vor Ort. In schwierigen Fällen sei ein Kardiologe aufzusuchen. Eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus sei nur erforderlich, wenn sich ein Patient in einer ernsten gesundheitlichen Krise befinde.

Bluthochdruck-Patienten können ihre Krankheit selbst positiv beeinflussen und sich "viel Leid und Medikamente ersparen". "Sport ist sehr gut", sagt Dr. Mathias Kullmer. Schwimmen Radfahren, Nordic Walking, Wandern und mehr Bewegung können zu gesundheitlichen Verbesserungen führen. Auch bei Bluthochdruck sei keine Panik angesagt, doch müssten der Betroffenen sich richtig auf die Krankheit einstellen.

Quelle: RP-ONLINE von Heinz Schild 16.11.2011


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